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Putin läßt sich von westlichen Drohungen nicht einschüchtern

Wie erwartet wurde das Referendum über die Abspaltung der Krim von der Ukraine mit überwältigender Mehrheit angenommen. Bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 80% stimmten fast 97% für den Anschluß an Rußland. Die Krim war bekanntlich seit 1783 ein Teil Rußlands und wurde erst 1954 vom Sowjetführer Chruschtschow symbolisch der Sowjetrepublik Ukraine geschenkt.

Die große strategische Frage ist nun, ob die USA auf eine uneingeschränkte strategische Konfrontation mit Rußland setzen. Ein ganzes Heer strategischer Denker, von Lyndon LaRouche über John Mearsheimer und Paul Craig Roberts bis zu Loren Thompson, hat in den letzten Tagen betont, daß die Krim und der russisch-ukrainische Konflikt keine strategisches Interesse der USA berührt - jedenfalls keines, das es rechtfertigen würde, einen Krieg mit Kernwaffen zu riskieren.

Aber mit Barack Obama im Weißen Haus bleibt diese Gefahr dennoch akut. Der Kongreß hat eine Woche Sitzungspause, solange muß das wachsende Potential eines Absetzungsverfahrens gegen ihn warten, was in der gegenwärtigen Krise um die Ukraine kein unwichtiger Faktor ist.

Vertreter der Regierung Obama räumen zwar ein, daß die USA keine militärische Handlungsmöglichkeit gegen den Anschluß der Krim an Rußland habe, dennoch hat eine US-Kampfgruppe ihre Manöver im Schwarzen Meer nahe der Küste der Krim ausgeweitet und der letzten Monat ins spanische Rota entsandte Zerstörer [i]Arleigh[/i] der Burke-Klasse mit Aegis-Raketenabwehr kreuzt nun im Mittelmeer. Die USA haben ein Dutzend F-16-Kampfflugzeuge, AWACS-Aufklärungsmaschinen und 300 Soldaten nach Polen verlegt, ähnlich wird auch die US-Luftwaffe im Baltikum verstärkt. Daraufhin hat Rußland bekanntgegeben, daß man Kampfjets nach Weißrußland verlegen werde. Diese Aufrüstung in Verbindung mit Obamas Kriegsrhetorik erhöht die Gefahr einer Konfrontation.

Gleichzeitig verbaut sich der Westen mit Aktionen wie der gerade bekanntgegebenen Suspendierung Rußlands aus der G8 oder der Kappung anderer Gesprächskanäle mehr und mehr die Möglichkeit, zu einer Verhandlungslösung des Konfliktes zu gelangen.

Die eigentliche Realität der Krise liegt jedoch nicht im russisch-ukrainischen Zwist an sich. Die treibende Kraft ist die Tatsache, daß das transatlantische Finanzsystem hoffnungslos und unwiderruflich bankrott ist und unbedingt neue Möglichkeiten der Ausplünderung finden muß, um die Finanzblase, die heute größer als 2007/2008 ist, auch nur aufrechtzuerhalten. Und da das Zentrum aller Aufbauleistungen jetzt in Eurasien liegt, während die transatlantische Welt weiter im Niedergang begriffen ist, hat die westliche Finanzoligarchie diese Region ins Visier genommen.

Russische Medien erkennen unterdessen die in den USA entscheidende Rolle Lyndon LaRouches für die Kriegsverhinderung an. In der letzten Woche wurden er und mehrere seiner engen Mitarbeiter wiederholt im Zusammenhang mit Berichten über die Krimkrise zitiert. Nur die sofortige Amtsenthebung von Obama, so LaRouche, könne jetzt noch die Gefahr eines thermonuklearen Krieges abwenden. Denn ohne den Zugriff auf das amerikanische Militärpotential, könne die Oligarchie der City of London und der Wall Street den Krieg nicht beginnen.