06131-237384info@bueso.de

Saudische Rolle bei 9/11 für US-Geheimdienste „verboten“ – und in Deutschland?

Im Juli veröffentlichte die Regierung Obama endlich das berüchtigte geheimgehaltene Kapitel aus dem Untersuchungsbericht des US-Kongresses über die Rolle Saudi-Arabiens bei den Anschlägen vom 11. September 2001. Parteigänger der Saudis behaupten häufig, die auf den 28 Seiten enthaltenen Hinweise seien später verfolgt worden und hätten nichts ergeben. Doch dem widersprechen viele Beteiligte. Die Hinweise seien auf Anordnung von oben niemals ernsthaft weiter verfolgt worden. Sehr dramatisch bestätigte das nun Oberst a.D. Lawrence Wilkerson, ehemaliger Stabschef von Colin Powell, dem Außenminister der Regierung Bush-Cheney.

In einem Interview mit [i]28Pages.org[/i] erklärt Wilkerson, das Thema „Saudi-Arabien und der 11. September“ sei der CIA und den anderen US-Nachrichtendiensten verboten worden. Vizepräsident Dick Cheney und dessen Mitarbeiter hätten das konsequent durchgesetzt. Wilkerson betont, der Irakkrieg sei überhaupt nur möglich gewesen, weil die Hinweise auf die Saudis unterdrückt wurden. „Die wollten in den Krieg gegen den Irak ziehen. Alles, was auf Al-Kaida-Verbindungen nach Bagdad deutete, war gut. ,Saudi-Arabien verkompliziert alles nur, also laßt das heraus.’“

Das Thema sei nicht nur vor der Öffentlichkeit, sondern auch in der Regierung Bush selbst ein Tabu gewesen, sagt Wilkerson. [i]28Pages[/i] zitiert ihn: „Es war verboten.“ (Er verwendet hier das deutsche Wort, was ein besonders strenges Verbot andeutet.) „Das war es wirklich. Man sprach nur auf eigene Gefahr darüber. Man wußte, daß das Weiße Haus alles unterdrücken würde, was mit solchem Gerede zusammenhing, es wäre also sowieso zwecklos. Ich denke, ein Nebeneffekt von Cheneys beispiellosen elf Besuchen bei der CIA war es, dem prominentesten unter den Geheimdiensten – und natürlich dem CIA-Direktor persönlich – einzuschärfen, daß man die Finger davon läßt.“ Egal wie schlagend die Beweise waren, die auf Saudi-Arabien wiesen, Cheney habe praktisch jede Diskussion darüber erstickt, sogar in den Geheimdiensten, die damit beauftragt waren, das ungeheuerliche Verbrechen aufzuklären.

Wilkerson berichtet über sein erstes Treffen mit CIA-Chef George Tenet am Sitz der CIA in Langley für die Vorbereitung von Powells entscheidendem Vortrag vor den Vereinten Nationen im Februar 2003 (die auf Falschinformationen und Lügen gestützte „Begründung“ für den Irakkrieg, die Powell später als den größten Fehler seines Lebens bezeichnete). Wilkerson sagt: „John Hannah vom Büro des Vizepräsidenten eröffnete alles mit seinem Klemmbrett, das war vollgepackt mit Scooter Libbys [Cheneys Stabschef] Sammelsurium..., woraus wir uns herausnehmen konnten, was wir wollten – er sagte nur: ,Hier ist nichts dabei über Saudi-Arabien, und über Saudi-Arabien wird nicht gesprochen.’“

[i]Soweit die Situation in den USA. Und in Deutschland? Wer behindert hier längst überfällige Ermittlungen, vor allem angesichts der steigenden Terrorgefahr? Bereits am 23. April rief die BüSo zu einer bundesweiten Mobilisierung auf und richtete den folgenden [/i]

[b]Aufruf an Bundestag und Bundesregierung: Verstrickung Saudi-Arabiens in den internationalen Terrorismus untersuchen[/b]

Die Rolle Saudi-Arabiens bei den Terrorangriffen vom 11.September 2001 ist gegenwärtig Thema Nr. 1 in den USA. Fast alle führenden Medien, angefangen mit der CBS-Sendung „60 Minutes“ (10.4.2016) und führende Abgeordnete und Senatoren beider Parteien forderten in den letzten Wochen von Präsident Obama, endlich die 28 Seiten des „Gemeinsamen Kongreßberichtes über 9/11“1 von 2002 freizugeben, in denen es um die saudische Rolle bei den Anschlägen geht. In den deutschen Medien hört man bisher fast nichts darüber.

Angesichts zunehmender Warnungen vor Terroranschlägen auch in Deutschland und der fortgesetzten Unterstützung Saudi-Arabiens für islamistische Terrorgruppen in Syrien, Irak, Libyen, Jemen, seiner Sabotage friedlicher Lösungen und den daraus resultierenden Flüchtlingskrisen, ist es entscheidend, jetzt das volle Ausmaß der saudischen Verwicklung in 9/11 offenzulegen und diese Politik, die vor allem seit Jahrzehnten von Großbritannien gefördert wird (Stichwort „al Yamamah“) endlich zu stoppen. Wie der damalige Vorsitzende der o.g. Untersuchungskommission zu den Terroranschlägen von 9/11, Senator Bob Graham, betont, hätte es bei einer vollen Aufdeckung und Veröffentlichung dieser Dokumente solche Terrorangriffe wie gegen Charlie Hebdo niemals gegeben.

Wir fordern Sie als Bundestagsabgeordnete auf, zur Sicherung unserer sicherheits- und außenpolitischen Interessen sofort einen Untersuchungsausschuß zur saudischen Rolle bei 9/11 einzurichten, sich alle verfügbaren Dokumente dazu zu beschaffen sowie wichtige Zeugen aus den USA wie beispielsweise Vertreter der Opferfamilien, Ex-Senator Bob Graham und andere Abgeordnete und Sicherheitsexperten vorzuladen. Ferner sollen alle sicherheitsrelevanten Untersuchungen über die saudische Involvierung in terroristische Aktivitäten bezüglich 9/11 und darüber hinaus, die nach 2001 auf äußeren Druck in Deutschland gestoppt wurden, wiederaufgenommen werden. Die Bundesregierung muß über die ihr zur Verfügung stehenden offiziellen Kanäle von US-Präsident Obama die sofortige Veröffentlichung der „28 Seiten“ fordern sowie jegliche Unterstützung für die radikalislamistische Politik Saudi-Arabiens beenden und dies auch von London, Washington und Ankara verlangen.

Die Mitglieder der Bundesregierung haben geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, und die Abgeordneten als gewählte Volksvertreter sind ebenfalls dazu verpflichtet. Bei einer fortgesetzten Vertuschung aus geopolitischen Gründen besteht eine unmittelbare Gefahr für den Weltfrieden. Die Veröffentlichung der 28 Seiten ist der einfachste Weg, jetzt endlich die internationalen Netzwerke trockenzulegen, die für die jahrzehntelange Ausbreitung des internationalen islamistischen Terrors verantwortlich sind und so – gemeinsam mit den Nationen der Region sowie Rußland, China und Indien – die Grundlage zu einer Politik „Frieden durch Entwicklung“, einer Globalen Entwicklungspartnerschaft zu legen.

[i][url:"http://www.bueso.de/node/8582"]Hier[/url] finden Sie den Aufruf mit Materialhinweisen im Wortlaut. Bitte helfen Sie mit, ihn weitestmöglichst zu verbreiten.[/i]