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Ein schlechter Aprilscherz: Tony Blair will EU-Präsident werden

Laut dem britischen [i]Independent[/i] ist Tony Blair mit der Unterstützung von Premierminister Gordon Brown zu einem der Favoriten für das Amt des ersten permanenten Präsidenten der Europäischen Union geworden. Die offensichtliche Absicht dahinter ist, den britisch-fabianischen Einfluss auf Europa auszuweiten, um wie beim G-20-Gipfel in London die Politik zum eigenen Vorteil beeinflussen zu können.

Wie der [i]Independent[/i] berichtet, erfolgt Browns Unterstützung für Blair „auf der Grundlage, dass Großbritannien eine Schlüsselstellung in der Architektur der 'neuen Weltordnung' besetzen muss.“ Dann wird behauptet, andere europäische Staats- und Regierungschefs seien grundsätzlich damit einverstanden, weil sie eine bekannte Persönlichkeit als Repräsentant des 27-Nationen-Blocks in der Allianz mit der neuen US-Administration haben wollten.

Während des G-20-Gipfels letzte Woche in London, führte Blair private Gespräche mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, in Brüssel. Die Briten unterstützen eine zweite Amtszeit von Barroso, die die Chancen für Blairs Kandidatur erhöhen würde.

Blairs einziges Problem ist, dass die Position, für die er sich bewirbt, noch gar nicht existiert. Der Posten eines permanenten Präsidenten wird erst durch den Vertrag von Lissabon geschaffen und hängt damit von der Zustimmung der Iren ab. Diese hatten in einem Referendum den Vertrag bereits abgelehnt, sollen aber im Herbst nocheinmal abstimmen.

Die Kandidatur des diskreditierten frühreren britischen Premier, der einer der Architekten des Irakkrieges war und durch seine Lügen entscheidend zum Ausbruch des Krieges beigetragen hat, wird es den Iren sicher leichter machen, sich dem massiven Druck nicht zu beugen und den Vertrag erneut abzulehnen.