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Schweinegrippe breitet sich aus - wer mobilisiert den Schutz der Bevölkerung?

[i]Diejenigen, die behaupten, die Welt sei "überbevölkert", die Menschheit produziere zuviel CO2, sei eigentlich nur ein Krebsgeschwür, und ruiniere den Planeten, brauchen eigentlich hier nicht weiterzulesen. Wir wenden uns mit dieser Art von Überblick  an diejenigen, die ihren Verstand noch beisammen haben und mit uns der Ansicht sind, daß das wirkliche "Krebsgeschwür", das es zu beseitigen gilt,  die Spekulation und die ungezügelte, globalisierte Zerstörung des Lebensstandards der Weltbevölkerung in den letzten Jahrzehnten ist.[/i]   

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In den Phillippinen wurden am 25. Juni alle Räumlichkeiten und Büros des Parlaments für drei Tage geschlossen. Eine 49jährige Stabsmitarbeiterin war einen Tag, nachdem sie am 18. Juni mit schweren Symptomen von H1N1 erkrankt war, gestorben. Ein Sprecher der WHO warnte nun vor der weiteren Ausbreitung der Krankheit in Asien. Die Philippinen könnten das erste Land in der Region sein, in der eine Pandemie bevorstünde. In Malaysia hat das Gesundheitsministerium einen Urlaubsstopp für 100.000 Ärzte, Pflegepersonal und anderes medizinische Personal angeordnet, da es einen H1N1-Notstand befürchtet.

In der südlichen Hemisphere, in der gerade der Winter begonnen hat, starben innerhalb von 48 Stunden elf weitere Personen, womit die Anzahl der Todesopfer auf 21 anstieg. In Chile fiel der Krankheit ein 22jähriger Student zum Opfer, das 8. Todesopfer im Land.

Der Direktor des französischen Nationalen Instituts für Gesundheitsüberwachung wies bei einer Konferenz in Paris am 25.6. auf die Ähnlichkeiten mit der Grippewelle von 1918 hin. Damals starben weltweit zwischen 50 und 10 Millionen Menschen. Es sehe so aus, als ereigneten sich die Todesfälle eher bei jüngeren Menschen in der Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren, wohingegen andere Grippewellen normalerweise eher Gefahr für die ältere Bevölkerung bedeuten. Der Virus ruft bronchiale Irritationen hervor, die schwere bakterielle Lungenentzündung und Tod durch Ersticken begünstigen können. 1918 gab es keine Antibiotika gegen solche bakteriellen Infektionen, die Tödlichkeit des heutigen Virus ist hingegen noch nicht geklärt. Auch der französische Spezialist Prof. Claude Desenclos kritisierte die WHO, da sie die wichtigen Informationen bezüglich besonders schwerer Fälle vorenthalte. Diese seien aber nötig, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

Schweden bereitet sich darauf vor, seine gesamte Bevölkerung zwei Mal zu impfen. Das Land, das über keine eigenen Produktionskapazitäten mehr verfügt, hat 18 Millionen Dosen Impfstoff von GlaxoSmithKline (England) bestellt, die in zwei Tranchen geliefert werden sollen, um die Bevölkerung möglichst in der frühen Phase und später noch einmal zu impfen.

Frankreich bereitet ebenfalls eine umfassende Impfung der gesamten Bevölkerung vor. Außerdem findet dort eine Debatte über die Notwendigkeit statt, auch Impfungen gegen andere, potentielle tödliche Krankheiten wieder verbindlich einzuführen.

Jetzt ist es öffentlich: Die Londoner Times enthüllte gestern, daß die Ausbreitung der Schweinegrippe in einigen Teilen Englands soweit fortgeschritten ist, daß sie mit den bisherigen Methoden nicht mehr einzudämmen ist. Die britische Regierung hatte in den letzten Monaten alles getan, die Zahl der Fälle im eigenen Land herunterzuspielen und bei der WHO-Sitzung vor einem Monat verlangt, keinen Level 6 auszurufen, womit die weltweite Mobilisierung gegen die Pandemie verzögert wurde. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan sowie die französische Regierung griffen danach Großbritannien dafür an, daß die Anzahl der Fälle nicht korrekt berichtet wurde. Der für Schottland verantwortliche Gesundheitsminister Nicola Sturgeon hatte den britischen Gesundheitsminister Andy Burnham beschuldigt, unzureichende Maßnahmen ergriffen zu haben und angekündigt, Schottland werde eigene aktive Maßnahmen gegen die Schweinegrippe einführen.

Was tun?

Alle Bemühungen, nötige Mengen von Impfstoff schnellstmöglich weltweit herzustellen, sind sehr wichtig. Aber aufgrund der sehr wohl möglichen Veränderungen des Virus könnten sich unter allgemeinen Bedingungen einer Pandemie Impfungen, für die ja eine monatelange Vorbereitungszeit erforderlich ist, sogar als ineffektiv erweisen. Die zunehmende Mangelversorgung mit Nahrungsmitteln sowie das abgesenkte immunologische Niveau der Weltbevölkerung durch jahrzehntelange Ausplünderung im Rahmen der ungezügelten Globalisierung haben weltweit den Nährboden für Grippeewellen genau wie für andere pandemische Krankheiten geschaffen.

Das Fazit kann deshalb nur lauten - eine sofortige (!) Umkehr der Wirtschafts- und Gesundheitspolitik aller Nationen, um das Gemeinwohl statt der Befriedigung privater Finanzinteressen in den Mittelpunkt zu rücken. Neben einer Crash-Mobilisierung für die ausreichende Produktion von Impfstoff und die Erforschung, wie sich das Virus verändert im Stile einer "Biologischen Verteidigungsinitiative" , müssen sofort Bettenkapazitäten im großen Stil wieder aufgebaut werden, verstärkt Pflege- und ärzliches Personal eingestellt und vorbereitet werden! Wer jetzt versucht, die Bedrohlichkeit der Lage herunterzuspielen und gleichzeitig auf dem vorgezeichneten Weg der Sparpolitik weitere Kürzungen im Gesundheitssystem durchzusetzen, handelt völlig verantwortungslos und verletzt seinen/ihren Amtseid, in dem es heißt, "Schaden vom deutschen Volk abzuwenden".