Kaum sechs Wochen nach Beginn des Jahres 2026 verändert sich die globale militärstrategische Lage rasant, was in Washington, Moskau und anderen Hauptstädten der Welt offen diskutiert wird. Der stellvertretende US-Kriegsminister für Politik, Elbridge Colby, äußerte sich in seiner Rede vor den NATO-Verteidigungsministern am 12. Februar in Brüssel unverblümt: „Wir erleben derzeit eine Phase tiefgreifender strategischer Veränderungen.“ Und weiter: „Die Machtpolitik ist zurückgekehrt, und militärische Gewalt wird wieder in großem Umfang eingesetzt.“
Russlands stellvertretender Außenminister Sergej Rjabkow warnte Anfang dieser Woche, die globale strategische Lage sei „starken Turbulenzen“ unterworfen und „Gewalt“ sei zum Hauptinstrument der Außenpolitik Washingtons geworden. Dabei tue die Trump-Regierung „das, was vor einem Jahr noch undenkbar schien“. Der Politologe Alexander Asafow, Mitglied der Bürgerkammer der Russischen Föderation, kommentierte gegenüber Sputnik die jüngsten harschen Äußerungen von Außenminister Sergej Lawrow in der Staatsduma und sagte, dass die alte Architektur der internationalen Sicherheit „effektiv der Vergangenheit angehört“. Die Pläne der USA, ihr Atomwaffenarsenal zu erweitern, könne „als direkte Bedrohung sowohl für die Sicherheit Russlands als auch für die globale Stabilität angesehen werden“.
In ihrer Rede vor der 141. wöchentlichen Sitzung der Internationalen Friedenskoalition am 13. Februar fasste Helga Zepp-LaRouche die jüngsten Entwicklungen zusammen. „Eine massive weltweite Aufrüstung ist zu erwarten. Es gibt Anzeichen dafür, dass das Global Strike Command der US-Luftwaffe beabsichtigt, die Minuteman-ICBMs mit zusätzlichen Sprengköpfen auszustatten. Sie wollen die gesamte B-52-Bomberflotte, die im Rahmen des New-START-Vertrags entnuklearisiert worden war, wieder nuklearisieren. Außerdem sollen die 400 Minuteman-III-ICBMs mit MIRVs, also mehreren Sprengköpfen, ausgestattet werden. Sie wollen die gesamte B-52-Flotte also in eine doppelt einsetzbare Langstrecken-Angriffsplattform umwandeln.“
Sie fügte hinzu: „David Sanger warnt in der New York Times, dass die Vereinigten Staaten viel mehr Atomwaffen stationieren, ihre gesamte Atomflotte modernisieren und wahrscheinlich auch eine Art Atomtest durchführen wollen. Dieser Artikel deutet an, dass die Trump-Regierung das Postulat der strategischen nuklearen Parität aufgeben will.“
Eine ähnliche Verlagerung hin zu einer Schacht‘schen Wirtschaftspolitik mit massivem militärischen Aufbau finde auch in Europa statt. Zepp-LaRouche erinnerte daran, dass die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland in diesem Jahr jeden Moment erfolgen könnte. Darauf hätte Russland bereits sehr deutlich reagiert. Der stellvertretende Außenminister Grushko sagte, dies werde zu ähnlichen Gegenmassnahmen Russlands führen. Angesichts der Tatsache, dass die Russen über all diese neuen Waffensysteme verfügen – vom Oreshnik bis zum Burevestnik und anderen – kann man nur spekulieren, wie diese aussehen werden.“
Unterdessen habe im Westen das unglaubliche Ausmaß des Epstein-Skandals der Welt „die moralische Verkommenheit und Schmutzigkeit dieses Systems, das dies toleriert, vor Augen geführt - die Mentalität derjenigen, die andererseits das Geschehen in Gaza dulden und riskante Spiele spielen: nicht nur um den möglichen Einsatz von Atomwaffen, sondern auch um eine finanzielle Blase, die aufgrund massiver Spekulationen das gesamte westliche System und damit einen Großteil der Weltwirtschaft sprengen und Millionen von Menschen in enorme Not stürzen könnte.“
Die extreme Gefahr dieser Krise in Verbindung mit der moralischen Verkommenheit des Establishments erfordere politisches Handeln der Bürger aller Nationen. „Wenn die Vertreter des Establishments so versagen,“ so Zepp-LaRouche, „ist es ganz klar, dass die Bürger jedes Staates nicht nur Patrioten werden oder ihr Patriotentum stärken müssen, sondern auch Weltbürger werden müssen. Sie müssen sicherstellen, dass die Zivilisation nicht gegen die Wand fährt, sondern dass wir ein neues Paradigma etablieren, das das Ideal des Menschen als kreatives Wesen, als kreative Spezies, in den Vordergrund stellt. Wir müssen uns auf die Schönheit des kreativen menschlichen Geistes konzentrieren, um eine Renaissance zu erzeugen, die einen Dialog der besten Traditionen aller Zivilisationen hervorruft.“
Zepp-LaRouche lud die Teilnehmer ein, an der internationalen Konferenz von Weltbürgern am 2. März teilzunehmen und dafür zu mobilisieren.
Die Konferenz "Epstein und die grenzenlose Verkommenheit der 'Eliten': Wir brauchen dringend eine kulturelle Renaissance!" am 2. März 2026 hat zwei Panels. Um 14.00 Uhr werden institutionelle Redner sprechen; um 17.00 Uhr Repräsentanten von Denkfabriken und Universitäten. Es geht um folgende Themen:
– Schaffung einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur
– Schaffung einer internationalen Bewegung von Weltbürgern und
– Schaffung einer neuen kulturellen Renaissance
Zur Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich (hier).
Lesen Sie dazu auch die Reden des internationalen Dringlichkeitsforum vom 12. Januar 2026 und die daraus folgende Erklärung für eine Bewegung von Weltbürgern.