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Türkische Tageszeitung berichtet über Chinas Seidenstraßen-Strategie

In einem Gastkommentar, der am 8. März in der türkischen Tageszeitung [i]Hurriyet[/i] erschien, gab Han Feng vom [i]Nationalen Institut für Internationale Strategie[/i] (NIIS) und der [i]Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften[/i] (CASS) einen kurzen Überblick über die chinesische Politik der Seidenstraße seit der berühmten Rede Präsident Xi Jinpings in Astana (Kasachstan) im September 2013. Dann beschreibt er die fünf vorrangigen Ziele auf Xi Jinpings derzeitiger Agenda:

„Unterdessen machte Präsident Xi einen Fünf-Punkte-Vorschlag zur gemeinsamen Umsetzung [der Seidenstraßeninitiative], um so die Beziehungen zwischen China, Zentralasien und Europa zu stärken:

1) Politische Koordination, um „grünes Licht“ für die regionale wirtschaftliche Kooperation zu geben;

2) Herstellung von Verkehrsverbindungen mit der Idee, einen großen Transportkorridor vom Pazifik bis zur Ostsee und dann schrittweise ein regionales Verkehrsnetz zwischen Ost-, West- und Südasien zu schaffen;

3) Erleichterung des Handels durch Beseitigung von Handelshindernissen und Reduzierung der Kosten im regionalen Handel und bei Investitionen, um so den Markt besser zu nutzen, der drei Milliarden Menschen umfaßt;

4) Kooperation im Währungssektor auf Grundlage der erfolgreichen Zusammenarbeit zur Senkung von Transaktionskosten und zur Verringerung finanzieller Risiken, bei gleichzeitiger Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit;

5) Vertiefung der Kooperation mittels Förderung direkter Beziehungen zwischen den Menschen [der verschiedenen Staaten], um mehr Unterstützung und Verständnis der Öffentlichkeit zu erlangen.

Im gleichen Zeitraum [der Astana-Rede] schlug Präsident Xi während einer Südostasienreise in einer Ansprache vor dem indonesischen Parlament im Oktober 2013 die [i]Maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts[/i] vor. Er betonte die stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Region, vor allem die finanzielle Koordinierung im direkten Devisenaustausch und Erleichterung von Investitionen, die engere Zusammenarbeit bei gemeinsamen Infrastrukturprojekten, Stärkung der Sicherheitskooperation durch Förderung der maritimen Wirtschaft und die Zusammenarbeit in Umwelt, Technologie und Wissenschaft von Asien über Südost-, Süd- und Zentralasien bis nach Europa.

Abgesehen von Ähnlichkeiten zum [i]Wirtschaftsgürtel der Neuen Seidenstraße[/i], widmet der Vorschlag der [i]Maritimen Seidenstraße für das 21. Jahrhundert[/i] der maritimen Entwicklung und Zusammenarbeit mehr Aufmerksamkeit, insbesondere den Schiffahrtsverbindungen, der gutnachbarlichen Freundschaft und Kooperation zwischen China und den ASEAN-Staaten, dem Austausch und der Kooperation im Sicherheitsbereich, der Gründung der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) sowie dem kulturellen Austausch.

Schon bald nach diesen beiden Reden wurden der [i]Wirtschaftsgürtel der Neuen Seidenstraße[/i] und die [i]Maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts[/i] Ende 2013 während der 3. Plenarsitzung des 18. Kongresses der Kommunistischen Partei Chinas als nationale Strategie beschlossen. Und kürzlich wurde von der chinesischen Regierung ein 40-Milliarden-Dollar-Seidenstraßenfonds gegründet.“