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Der Umgang mit Kryptowährungen in China und den USA

Es bedarf wohl mittlerweile einer völlig neuen Subspezialisierung innerhalb der Wirtschaftswissenschaften, die sich auf die Erforschung des spekulativen Krebsgeschwürs konzentriert, das mittlerweile das gesamte westliche Finanzsystem befallen hat. Als Kreuzung zwischen Onkologie und Wirtschaftswissenschaften könnte man sie als „Onconomics“ bezeichnen. Ein Beispiel:

Die chinesische Zentralbank bekräftigte am 6. Februar, dass diese spekulativen Finanzinstrumente verboten sind. Sie schloss auch die Tür für die Ausgabe von Stablecoins im Ausland, die ohne vorherige Genehmigung an den Renminbi gekoppelt sind. Ben Charoenwong, Associate Professor für Finanzwesen an der INSEAD Business School in Singapur, erklärte gegenüber dem International Financing Review (IFR) : „Das Risiko, dass Stablecoins Kapitalkontrollen umgehen, ist real und wächst. Peking schützt das Bankensystem und sein Kapitalkontosystem.“

In den Vereinigten Staaten hingegen wurde der Krebs eingeladen, sich auf dem Markt für US-Staatsanleihen – dem Fundament des gesamten westlichen Finanzsystems – niederzulassen.

Gillian Tett von der Financial Times berichtet: „Vor einigen Tagen kam ein erschreckendes Detail über den Markt für US-Staatsanleihen ans Licht. Unternehmensberichte von Tether, dem weltweit größten Stablecoin, zeigen, dass die in El Salvador ansässige Gruppe im Jahr 2025 US-Staatsanleihen im Wert von 28,2 Milliarden US-Dollar netto gekauft hat und damit der siebtgrößte Offshore-Käufer ist. Das übertrifft die Neukäufe von Ländern wie China. Tatsächlich übersteigt der kombinierte Bruttobestand an Staatsanleihen von Tether und Circle (der zweitgrößten Stablecoin-Gruppe) mittlerweile deutlich den von Investoren aus Ländern wie Südkorea und Saudi-Arabien.“

Tett hält dies für „erschreckend“, wohingegen US-Finanzminister Scott Bessent es gut findet. Er ist der Überzeugung, dass Stablecoins „die ständig wachsende Schuldenemission Amerikas absorbieren können“. Er glaubt auch, dass der Sektor bald von derzeit 300 Milliarden Dollar auf 3 Billionen Dollar anwachsen könnte.

Obwohl Stablecoins laut Gesetz keine Zinsen auf Einlagen zahlen dürfen, ist dies zugelassenen Dritten wie der Börse Coinbase gestattet.

Zusätzlich zur Gefahr, dass derivative Produkte, die auf solchen Stablecoin-Börsen basieren, implodieren und den Treasury-Markt mit sich reißen könnten, haben große Geschäftsbanken wie JPMorgan Chase „Angst, dass sie Privatkundeneinlagen an Stablecoin-Produkte verlieren, da diese höhere Zinsen zahlen“, schreibt die FT. Das Bank Policy Institute argumentiert, dass das Wachstum der Stablecoins zu einem Rückgang der Bankeinlagen und -kredite führen werde, und warnt, dass diese Flucht die Kreditvergabe in den USA einschränken und „das Risiko einer Finanzkrise erhöhen“ würde, ähnlich wie 2008.

Quelle: eirna.de

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