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Ist es auch Wahnsinn, hat es doch Methode

Täglich werden wir mit Schreckensnachrichten bombardiert: Das westliche Dollar-basierte Finanzsystem läuft in einen hyperinflationären Zusammenbruch; alle Medien sprechen beiläufig von der Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen den Atommächten; die Pandemie fordert weiter Menschenleben und neue Epidemien tauchen auf; Hungersnöte bringen Tausende um und gefährden Milliarden von Menschen.

Führende transatlantische Politiker behaupten, an allem sei der russische Präsident Putin schuld. Wir sollen glauben, 30 Jahre neokoloniale Regimewechselkriege in Asien, Südwestasien und Afrika hätten nichts damit zu tun, ebensowenig das Drucken von Billionen Dollar, um die großen Banken zu retten, statt sie einer Konkurssanierung zu unterziehen. Auch nicht der „Grüne New Deal“ mit Kürzungen der Energieproduktion und Aufgabe von Land für den Nahrungsmittelanbau. Nein, an allem soll Rußland schuld sein.

Diese Linie vertreten auch die Milliardäre und Banker auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Klaus Schwab eröffnete die einwöchige Veranstaltung am 23.5., indem er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj als Hauptredner vorstellte. Nach stehendem Applaus forderte der im wesentlichen weitere zig Milliarden für den Wiederaufbau, zusätzlich zu dem, was bereits in Waffen und Propaganda geflossen ist. (Nur zwei Tage zuvor hatte der ukrainische Chefunterhändler Michailo Podoljak erklärt, seine Regierung werde nicht über die Beendigung des Krieges verhandeln und keinen Waffenstillstand akzeptieren.)

Den Hauptimpetus für die ukrainische Politik liefert gegenwärtig ohne Zweifel London. Nicht wenige waren anfangs irritiert, daß die täglichen "Frontberichte" sich unverhohlen auf britische Geheimdienst- und Militärinformationen beziehen. Die führende strategische Denkfabrik RUSI (Royal United Services Institute) hat nun vorhgeschlagen,  Kiew solle die Krim besetzen und die Welt an den Rand einer nuklearen Konfrontation treiben, um so Moskau zur Kapitulation zu zwingen. Der Autor ist Malcolm Chalmers, stellv. Generaldirektor des Instituts, in einem Artikel mit dem Titel „Dieser Krieg birgt weiterhin nukleare Risiken - besonders in Bezug auf die Krim“. Er erörtert methodisch, wie man Rußland in eine nukleare Konfrontation zwingen könnte, bei der es, wie er vermutet, letztlich nachgäbe.

Chalmers schreibt, Kiew könnte, ermutigt durch die NATO-Strategie der letzten drei Monate, den „russischen Frosch zu kochen“ – durch die Lieferung von immer mehr und anspruchsvolleren Waffen an die Ukraine - die Krim zurückerobern, was es seit 2014 anstrebt. Darin könnte Rußland eine existentielle Bedrohung sehen, was Wladimir Putin veranlassen würde, die Atomstreitkräfte in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen und mit deren Einsatz zu drohen. „Es wäre ein Moment extremer Gefahr“, räumt Chalmers ein, aber „gerade wegen der Gefahr... könnte eine solche nukleare Krise es den Staatsführern leichter machen, schwierige Kompromisse zu schließen“.

Das RUSI stand, laut seiner Webseite „vom Aufstieg des Britischen Empire bis zu seiner Umwandlung und Auflösung [sic], über beide Weltkriege und den Kalten Krieg hinweg im Zentrum der Politikgestaltung und des Denkens über Verteidigung und Sicherheit“.

Derweil versucht US-Präsident Biden in Asien, unter dem Banner „vereinter Demokratien gegen Autokratien“ China in der Region zu isolieren und fabuliert darüber, dass die USA Taiwan militärisch gegen China beistehen würden.

Zu unser aller Glück ist die überwiegende Mehrheit der Völker der Welt nicht zum Selbstmord geneigt, weil sie sich mehr an der Realität und den notwendigen Voraussetzungen, dauerhaft zu überleben, als an ideologischen Narrativen orientieren.

Seminar am 26.5.2022: https://www.bueso.de/irrsinn-politiker-droht-atomkrieg-auszuloesen

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