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Whitehall: Braucht Goldman Sachs-Fonds dringend frisches Geld?

Vor einigen Jahren
gründete die Investmentbank Goldman Sachs für Geschäfte mit Grundstücken, Büro-
und Wohnkomplexen den Fond Whitehall, der auch in Deutschland bei einigen
spektakulären Übernahmen privatisierter öffentlicher Wohnsiedlungen ins Spiel
kam. In Berlin übernahm Whitehall zusammen mit dem Heuschreckenfond Cerberus
2004 fast 70 000 Wohnungen der GSW, und 2008 wurde Whitehall mit dem Kauf von
93 000 Wohnungen der nordrheinwestfälischen LEG 
zum größten privaten Wohneigentümer Deutschlands. Mieterhöhungen,
Weiterverkäufe von Wohnungen (in Berlin allein fast 20 000) und drastische
Einsparungen bei Instandhaltungen waren die direkten Folgelasten für die
Mieter.

Aber das allein bringt
nicht die große Rendite, auf die solche Fonds aus sind, da dient der Besitz von
Wohnungen und Grundstücken in der Regel nur als Ausgangspunkt für
internationale Spekulation mit dem Ziel, über das Anlocken weiterer Investoren
eine "Wertsteigerung" zu erzielen. Jahrelang hat Whitehall für seine
Aktionäre, darunter Goldman Sachs selbst als der größte Aktionär mit einem
Anteil von etwa 450 Millionen Dollar, mit diesen Methoden dicke Renditen
erspekuliert - bis zum Kollaps 2009. Da konnte der Fond  die von ihm geweckten überzogenen
Gewinnerwartungen nicht länger erfüllen. Er verlor 98 (!) Prozent seines
Börsenwerts, von 1.8 Mrd Dollar auf nur noch 30 Millionen Dollar.

Whitehall muß jetzt
offenbar, um zu überleben, ganz schnell Geld besorgen, und das heißt, daß Wohnbesitz
an andere Fonds verscherbelt wird. Es mehren sich Anzeichen, daß wie zuvor in
Berlin nun auch in Nordrhein-Westfalen Wohnungen im größeren Umfang
weiterverkauft werden. Mieter berichten von plötzlich eintreffenden
Anweisungen, die Miete nicht mehr an das gewohnte Whitehall-Konto zu
überweisen, sondern an ein ganz neues, das offenbar auch einem neuen Eigentümer
der jeweiligen Wohnung gehört.

Und natürlich fiel
auf, daß Alexander Dibelius, der Deutschlandchef von Goldman Sachs, seit Wochen
enormen Druck auf den Berliner Senat machte, um nicht erst 2014, wie im
Übernahmevertrag von 2004 festgesetzt, sondern schon in diesem Frühjahr die GSW
an die Börse zu bringen und dort 400-500 Millionen Euro hereinzuholen. Nachdem
Senat und Abgeordnetenhaus Berlins ihre Erlaubnis gegeben haben, wird Goldman
Sachs/Whitehall ab Mai Aktien der GSW an der Börse handeln. 

Solche Eile sollten
eigentlich die deutschen Politiker dabei an den Tag legen, um die Menschen und das Gemeinwohl vor Spekulanten zu schützen. In Deutschland steht dafür heutzutage nur die BüSo.
In NRW können Sie am 9. Mai die BüSo in den Landtag wählen!