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Zwei BRICS-Mächte stärken Koordination mit dem Globalen Süden

„Brasilien und Indien sind nicht nur zwei große Demokratien des Globalen Südens. Wir sind der Treffpunkt der Apotheke der Welt mit der Kornkammer der Welt... Zwei megadiverse Länder mit kultureller Stärke und Engagement für Multilateralismus und Frieden”, schrieb der brasilianische Präsident Lula da Silva nach seinem Staatsbesuch in Indien am 21.2. auf Einladung von Ministerpräsident Narendra Modi.

Vor der Presse nannte Lula seine Treffen in Indien „superlativ“. Modi seinerseits erinnerte daran, daß die Kooperation in Technologie und Innovation „nicht nur für unsere beiden Länder von Bedeutung ist, sondern für den gesamten Globalen Süden“. Wenn Indien und Brasilien zusammenarbeiten, „wird die Stimme des Globalen Südens stärker und selbstbewußter“.

Beide Staaten sind BRICS-Gründungsmitglieder, und der einjährige rotierende Vorsitz ging am Jahresanfang von Brasilien an Indien über. Lula sagte, ihre Länder seien Partner beim Aufbau eines gerechteren und friedlicheren multilateralen Systems, in dem „das Völkerrecht regiert“. Sie hätten „ausführlich über Beharrlichkeit auf dem Weg zum Frieden gesprochen. In einer von Konflikten zerrissenen Welt kann es keine nachhaltige und gerechte Entwicklung geben.“

Angesichts des zunehmenden Zerfalls der westlich dominierten Weltordnung hätten beide eine von gegenseitigem Vertrauen geprägte Beziehung aufgebaut, sagte Modi. Lula hatte ihn nach dem BRICS-Gipfel in Brasilien 2025 zu einem Staatsbesuch eingeladen. Dort hatten sie sich auf einen Zehnjahresplan zur Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen in fünf strategischen Bereichen geeinigt: Verteidigung und Sicherheit; Ernährungssicherheit; Energiewende und Klimawandel; digitale Transformation und neue Technologien; industrielle Partnerschaften in strategischen Bereichen. 2025 wuchs der Handel zwischen Indien und Brasilien um über 25% auf 15,2 Mrd.$. Beide vereinbarten, diese Dynamik aufrechtzuerhalten und sich zugleich über Anti-Dumpingmaßnahmen zum Schutz der nationalen Industrien abzustimmen.

Modi war in den letzten Monaten diplomatisch sehr aktiv. Nach einem Besuch des russischen Präsidenten Putin in Delhi im Dezember wurde im Januar das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien ausgehandelt. Am 31.1. fand in Delhi nach zehnjähriger Pause das Treffen der Außenminister Indiens und der arabischen Staaten (IAFMM) statt. Sie sprachen über eine Vielzahl regionaler und globaler Themen von gemeinsamem Interesse, u.a. Palästina, Multilateralismus und Souveränität der Staaten, Terrorismusbekämpfung und Reformen des UN-Sicherheitsrats unter vollständiger Achtung der UN-Charta. 

Indien steht unter starkem Druck der Trump-Regierung, die Zusammenarbeit mit Rußland, China und den anderen BRICS-Staaten zu beschränken, aber trotz Washingtons Drohungen mit lächerlich hohen Zöllen gibt Delhi nicht nach.

 

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