Französischer Präsidentschaftskandidat Cheminade beim Kongress des Nationalen Bauernverbandes
3. April 2012 • 12:41 Uhr

Der Kampf für Nahrungsmittelsicherheit und gegen Rohstoffspekulation ist entscheidend für das Überleben der Menschheit. Der französische Präsidentschaftskandidat Jacques Cheminade sprach dazu am 29.3. als einer von sieben Präsidentschaftskandidaten beim 66. Kongreß der Nationalen Bauernvereinigung (FNSEA) in Montpellier.

Jeder Kandidat konnte 15 Minuten lang sprechen. Nach dem Zentristen Francois Bayrou war Cheminade als zweiter an der Reihe, seine Politik vor den versammelten Vertretern von insgesamt 22 Organisationen vorzutragen. Er verurteilte die irre Finanzpolitik, die Lebensmittel als Ware betrachtet, mit der man spekulieren könne. Cheminade griff die malthusianische Ideologie der sog. Umweltschützer scharf an, die die Großbetriebe gegen die kleinen Höfe ausspielten. Das Hauptziel müsse sein, dafür zu sorgen, daß im Jahre 2050 neun Mrd. Menschen ernährt werden können. Frankreich, als wichtiger Agrarexporteur, müsse eine kapital- und energieintensive Landwirtschaft ausbauen. Alle Staaten müssten wieder auf eine grundsolide Vorratshaltung Wert legen. Cheminade ging außerdem auf den Nutzen der Raumfahrt für die Landwirtschaft ein und sprach sich für die Entwicklung von Biotechnologien aus.

Die erste Frage nach seiner Rede kam vom Präsidenten der Bank Credit Agricole. Er wollte von Cheminade wissen, wie Frankreichs Interessen vor den Auswirkungen der Verschuldung anderer EU-Länder zu schützen seien. Am Ende erhielt der Kandidat großen Applaus.