Französischer Schriftsteller warnt vor „unausweichlicher Kriegsgefahr“
21. August 2012 • 17:12 Uhr

Der bekannte französische Schriftsteller und Historiker Max Gallo warnte in einem Beitrag in Le Figaro am 17. August vor einem „drohenden Weltkrieg“. Statt dem Geist der Völkerverständigung, wie sie die gerade beendeten Olympischen Spiele für sich reklamieren, finde sich die Welt jetzt in einer diametral entgegengesetzten Situation, schreibt Gallo. Die wirtschaftlichen Härten der Finanzkrise hätten dieselben Konsequenzen wie Konflikte und ebneten den Weg für offene kriegerische Auseinandersetzungen.

Gallo bezeichnet den Nahe Osten mit seinen vielen Konflikten und Ländern im Besitz von Nuklearwaffen als „Epizentrum“ dieser gefährlichen Weltentwicklung. Die Lage dort sei vergleichbar mit den Balkankriegen von 1912-13, als auswärtige Nationen in eine instabile Situation intervenierten. Heute gebe es „den drohenden Schatten einer großen Konfrontation zwischen China und den USA, aber häufig wird der Mechanismus durch ein zweites Zahnrad (wie damals Serbien) in Gang gesetzt.“ Gallo warnt vor der Falle eines blinden Determinismus, aber wegen der Verflechtung der Krisen (Banken und Finanzen und der soziale Kollaps), religiöser Konflikte und Ungleichgewichte sei große Wachsamkeit geboten. Man müsse „von der begründeten Hypothese“ ausgehen, daß „Krieg droht“.

Gallo zitiert zwei Personen, die vor dem 1. Weltkrieg warnten. Einer ist Francis de Pressense, ein Freund des Sozialistenführers Jean Jaures (der wegen seiner Opposition gegen den Krieg ermordet wurde). Pressense sagte 1911: „Das Klima im Land wird von allgemeinem Überdruss, einem universellen Gefühl des Abscheus bestimmt; die Republik ist nichts anderes als eine Klientelwirtschaft. … Es erscheint mir offensichtlich, daß wir mit geschlossenen Augen einen Abhang herunterrutschen, an dessen Ende der Abgrund eines großen Krieges gähnt.“ Und Albert de Mun, ein monarchistischer Abgeordneter schrieb im Dezember 1913: „Ganz Europa, unsicher und unruhig, bereitet sich auf einen unvermeidlichen Krieg vor, dessen Ursache ihm verborgen bleibt, aber der mit der unerbittlichen Sicherheit des Schicksals auf ihn zu kommt.“ Zum Schluß schlägt Gallo vor, das Wort „Europa“ gegen „die Welt“ auszutauschen … oder sich davon zu überzeugen, daß die Menschheit dazu in der Lage ist, Hindernisse zu überwinden.

Solche historisch informierten Warnungen sind natürlich nützlich und man würde sich in Deutschland solche Stimmen wünschen. Aber wir brauchen jetzt mehr als "brilliante Analysen" von Experten. Es geht darum, zu handeln und die Richtung der Geschichte zu ändern, statt sich von einer Art ‚Fin de Siecle‘-Stimmung lähmen zu lassen. Außerdem gibt es keinen Grund - außer Opportunismus - dafür, die politischen Triebkräfte nicht klar zu benennen - was man im übrigen auch vor dem Ersten Weltkrieg konnte. Damals war es die britische Empire-Politik eines Edward VII, der das Schachbrett für den dann unausweichlich erscheinenden Ersten Weltkrieg von langer Hand vorbereitet hatte, angefangen mit dem Sturz Bismarcks. Lyndon LaRouche hatte bereits im letzten Jahr den Nahen Osten als „Neuen Balkan“ im Spiel der Geopolitik bezeichnet und genau vor diesen Entwicklungen gewarnt, die in Wirklichkeit gegen Russland und China gerichtet sind und einen Versuch der Finanzempirefraktion darstellen, ihren Untergang durch Chaos, Diktatur und Krieg zu verhindern. In einer unheiligen Achse aus britisch-imperialer Geopolitik sind Leute wie Tony Blair, der gegenwärtig Präsident Obama für seine Wiederwahl berät, mit denjenigen in Frankreich, die sich erneut auf die Seite des Empire geschlagen haben, dabei, über Syrien und Iran nicht nur einen Weltkrieg, sondern einen thermonuklearen Weltkrieg anzuzetteln. Leider ähnelt auch die heutige deutsche Politik in erschreckender Weise immer mehr der unglaublichen Dummheit der deutschen Staatsführung vor dem 1. Weltkrieg.

Diejenigen, die wissen, wie gefährlich die Lage ist, müssen sich auf ihre historische Verantwortung besinnen, ehe es zu spät ist. Helfen Sie mit bei der Antikriegsmobilisierung der BüSo und kontaktieren Sie uns jetzt!