Politik von Zentralbanken und EU: Hyperinflation und Kollaps der Realwirtschaft
18. September 2012 • 11:31 Uhr

Die Kombination aus der Zusage der Federal Reserve, jeden Monat 80-85 Mrd.$ in das Finanzsystem zu pumpen, der Ankündigung der EZB, unbegrenzt Staatsanleihen von den Banken anzukaufen, und dem grünen Licht des Bundesverfassungsgerichts für den ESM schafft die Voraussetzungen für eine hyperinflationäre Explosion des Finanzsystems. Während die Zentralbanken die Geldmengen und die Gesamtverschuldung enorm ausweiten, läßt die rücksichtslose Sparpolitik der Regierungen die Realwirtschaft rapide schrumpfen. Dies beschleunigt den finanziellen Zusammenbruch, weil letztendlich nur die reale Produktion die Basis für die Bezahlung von Schulden bildet. Das ist genau der Prozeß, den der Ökonom Lyndon LaRouche mit seiner "Tripelkurve" prognostiziert hat.

Die Zahlen von Industrieproduktion und privatem Konsum sprechen eine deutliche Sprache. Besonders in der „Peripherie“ des Euro-Systems beschleunigt sich der Kollaps dramatisch:

Der Rückgang der Industrieproduktion hat in Italien eine jährliche Rate von 7,5% erreicht, die entsprechende Zahl für Spanien beträgt 5,4% und für Griechenland 5,3% (im Juli lag der dortige Rückgang sogar bei 7,8%). In Frankreich betrug der Rückgang der Industrieproduktion 3,3% und in Deutschland 1,7%. Die dramatischste Zahl ist zweifelsohne der 10%ige Einbruch beim Verkauf langlebiger Gebrauchsgüter in Italien. Dafür ist vor allem die von der Regierung Monti eingeführte Vermögenssteuer auf Hauseigentum verantwortlich. Die zweite Rate - in noch unbekannter Höhe - wird zum Jahresende fällig werden. Italienische Privathaushalte verzichten deshalb auf den Kauf von Autos, Haushaltsgeräten, Fernsehgeräten usw. In einer Rede in Bari am 11.9. behauptete der Technokrat Mario Monti, daß dieser Kahlschlag notwendig sei.

In Griechenland erreichte die Arbeitslosigkeit für das 2. Quartal dieses Jahres einen Rekord von 23,6% (+ 44,2% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres; + 4,3% gegenüber dem ersten Quartal 2012). Die Arbeitslosenquote in der Altersgruppe der 15-24jährigen liegt bei 53,9%. 59% aller Arbeitslosen sind mittlerweile langzeitarbeitslos (700.000 Menschen) und haben überhaupt kein Einkommen mehr, da das Arbeitslosengeld nur 12 Monate lang gezahlt wird.

Während die Realwirtschaft verfällt, sind Staats- und Privatschulden in der Eurozone in die Höhe geschossen. Die spanische Staatsverschuldung erreichte im 2. Quartal 2012 den Rekordwert von 75,7% des Bruttoinlandsprodukts. Obwohl die italienischen Schulden im Juli leicht sanken (um 5 Mrd.€), stiegen sie trotzdem im Verhältnis zum BIP prozentual an, weil das BIP schneller schrumpfte.