Vom Ende und vom Anfang einer Ära
2. Oktober 2012 •

Einige tiefer gehende Gedanken zum Wahlkampf in Stuttgart

Von Stephan Ossenkopp

Ein Aufruf des Stuttgarter OB-Kandidaten der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo).

Wenn die Deutschen ihr Land vor dem Sturz ins Chaos bewahren wollen, dann sollten sie jetzt auch nach Stuttgart schauen. Am 7. Oktober wird in der baden-württembergischen Landeshauptstadt ein neuer Oberbürgermeister gewählt, und allein die BüSo mit mir als ihrem Kandidaten hat ein Programm vorgelegt, das eine grundlegende Neuausrichtung der Gesellschaft fordert, damit alles Notwendige für ein neues Wirtschaftswunder und eine kulturelle Renaissance getan werden kann.

Stuttgart genießt durch seinen produktiven Mittelstand und seine relativ intakte Infrastruktur noch Weltruhm in Sachen Maschinenbau und Industrietechniken. Doch auch in der Region Stuttgart sind die Krisensignale unüberhörbar geworden. Beim Mittelstand bricht aufgrund des Wirtschaftskollapses in Europa der Export ein, und selbst in der als uneinnehmbar geltenden Bastion des Autobauers Daimler-Benz herrscht Angst vor Kurzarbeit und Entlassungen.

Wir stehen also vor der grundlegenden Entscheidung, ob der BüSo-Kandidat ins Rathaus einzieht und vom Neckar aus das Ruder herumreißen kann oder ob die Stuttgarter einen faulen Kompromiß eingehen und sich mit einem Oberbürgermeister in der Tradition des kollabierenden Systems „durchwurschteln“ wollen. „Malen Sie doch nicht so schwarz“ oder „na, sooo schlimm wird es schon nicht kommen“, sagen die einen, „es ist alles schon zu spät“ oder „Sie haben sowieso keine Chance, etwas zu ändern!“ die anderen. Wenn man jedoch tief genug in die Seele der Menschen zu blicken vermag, dann merkt man, daß sich der größte Teil der Bürger eine dramatische Veränderung wünscht, denn in allen Bereichen der Gesellschaft herrschen Mißstände oder kündigt sich bereits der Niedergang an. Es ist die größte und wichtigste Herausforderung für die Deutschen, ihre Anpassungsstrategien an das marode System aufzugeben und den überfälligen Wandel jetzt selbst zu organisieren. Dies ist natürlich kein einfacher Weg. Jeder muß individuell sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und aus dem Gefängnis der Gewohnheiten und Traditionen ausbrechen.

Wir müssen aufwachen!

Der schlimmste Feind der Zivilisation ist die Realitätsverdrängung in Zeiten existentieller Krisen. In diesem Sinne haben wir uns an ein klinisch verrücktes Wirtschafts- und Kultursystem gewöhnt, das nach wie vor wie wahnsinnig jeden grundlegenden Richtungswechsel verhindern will. Der Aufstand der 68er-Generation wurde von der herrschenden Oligarchie für diesen tragischen Wertewandel instrumentalisiert, indem zahlreiche Wortführer dieser Bewegung in eine menschenfeindliche „Öko-Matrix“ eingekerkert wurden. Die Ideologie des „Grünseins“ wirkt wie ein apokalyptisch-religiöses Dogma. Die fanatischsten Exemplare dieser Art dominieren heute wie keine andere soziale Schicht das nahezu gesamte öffentliche Paradigma unserer Gesellschaft.

Tragischerweise gibt außer der BüSo kaum andere Institutionen, die erkennbar Widerstand leisten gegen die antiwissenschaftlichen, aggressiv-fortschrittsfeindlichen Hüter des grünen Kults. Wohin es unsere Zivilisation reißen würde, sollten wir dieses lähmende Gift auch nur länger akzeptieren? Armut, Chaos, Artensterben - denn unsere eigene Art würde diesen durch die Energiewende und ähnliche Schrecklichkeiten eingeleiteten Kollaps der produktiven Wirtschaft wohl kaum überstehen.

Die Wahl in Stuttgart ist davon geprägt, daß diese tragische Wahrheit unserer Zeit nicht angesprochen werden soll. Alle Kandidaten, nicht nur der Grüne Fritz Kuhn, wetteifern um den ersten Rang in Sachen „Energiewende“, „Nachhaltigkeit“, „Strukturwandel“, „Sparhaushalt“ und dergleichen. Die Sache scheint schon ausgemacht, daß, egal wer als neuer OB ins Rathaus einziehen wird, mit diesem Grundmuster nicht gebrochen werden darf.

Deshalb ist es in diesen Tagen so extrem wichtig, daß diejenigen, die ihren moralischen und intellektuellen Kern noch nicht ganz aufgegeben haben, aus dem Schatten heraustreten, öffentlich diese falschen Positionen anprangern und zum Programm der BüSo Stellung nehmen. Es muß in allen Bereichen der Gesellschaft die Wiedereinführung produktiver Praktiken diskutiert und umgesetzt werden, doch das wird nicht ohne einen mutigen Aufstand der Verantwortungsbewußten geschehen.

Werden Sie jetzt mit der BüSo aktiv!

Wenn Sie zu einem kreativ-wissenschaftlichen Denken, zu einem geregelten Finanzsystem und einer produktiven Realwirtschaft zurückkehren wollen, dann führt an der Bürgerrechtsbewegung Solidarität kein Weg vorbei. Die Zukunft des Landes auf den wechselhaften und widersprüchlichen Haltungen diverser politischer Akteure aufzubauen, stellt keine Grundlage für die Zukunft dar. Zwar dreht sich der Wind in Washington und London in die Richtung, das Glass-Steagall-Gesetz zur Aufspaltung der Banken einzuführen, solange dies überhaupt noch möglich ist, und auch in Deutschland trifft man auf ganz frische Wendehälse, die das Trennbankensystem favorisieren. Aber damit hat man noch keine Landkarte in der Hand für den Marsch in eine neue Ära der Menschheitsgeschichte. Europa, und allen voran Deutschland, steht mit dem Rücken zur Wand, was die hyperinflationäre Bankenrettung anbelangt. Es muß sich hier sowieso etwas kurzfristig und dramatisch ändern.

Das Programm der BüSo ist aber keine Liste von Einzelforderungen, die innerhalb des Bestehenden einige defekte Teile austauscht, sondern es ist die Eintrittspforte in eine sorgfältig ausgearbeitete Weltwirtschaftsordnung, die auf der Grundlage der physischen Ökonomie von Gottfried Leibniz, Johannes Kepler und ähnlichen Universaldenkern steht. Diese Ordnung sieht den Menschen nicht als Ressourcenverschwender, Naturzerstörer oder verführbares Sinnenwesen, sondern als ein Individuum mit geistigen und moralischen Kräften, die ihn über jede uns bislang bekannte Art im Universum hinausheben. Seine geistigen Kräfte erlauben ihm, Zukünftiges vorauszuschauen und vorzeitig Maßnahmen zu ergreifen; seine moralischen Kräfte erlauben ihm, für das größere Gute ein kleines Übel zu erdulden.

Alle großen Dichter und Denker, allen voran Friedrich Schiller in seinen philosophischen und poetischen Werken, haben diese Kräfte des Menschen erkannt, besungen und gefeiert. Alle großen Staatenlenker haben diese unveräußerliche, wahre Substanz der Bürger angesprochen. Jegliche Gewaltherrschaft, einschließlich der heutigen Finanzoligarchie und ihrer Institutionen, wie es das EU-System und ihre „grünen“ Kohorten darstellen, haben eben diese kreative Substanz im Menschen geleugnet und bekämpft. Daher geht es auch beim Stuttgarter Wahlkampf der BüSo darum, diese Wahrheiten wieder zur Debatte zu stellen und die Menschen letztlich wieder mit ihrer Bestimmung als unsterbliche Spezies vertraut zu machen. Das von mir und anderen vorgeschlagene Wissenschaftszentrum im Herzen der Stadt soll ein Monument für diesen historischen, positiven Wertewandel werden.1Siehe Neue Solidarität 38/2012 und www.bueso.de/node/5997

Es liegt an Ihnen ganz persönlich!

Trösten Sie sich nicht mit der bloßen Hoffnung, daß die Angelegenheit irgendwie wieder in Ordnung kommen wird. Sie, die sich von diesem Appell angesprochen und berührt fühlen, müssen selbst aktiv werden. Es ist eine Frage des Muts, den man durch den inneren Dialog mit seiner wirklichen Person mobilisieren kann. Fangen Sie damit an, daß Sie verlangen, mit ihren politischen Verantwortlichen zu sprechen, z.B. mit Ihrem Bundestagsabgeordneten oder Ihrem Gewerkschaftsvertreter. Kontaktieren Sie auch eines der BüSo-Büros, gerne auch unser neues Büro in Stuttgart, um Ideen für ein gemeinsames Vorgehen zu diskutieren oder an laufenden Aktivitäten teilzunehmen. Sie sollten sich ebenso eine Mitgliedschaft und Unterstützung bei der BüSo überlegen, denn mit keiner anderen Initiative können Sie mehr Erfolg ernten, als die BüSo zu stärken und für ihre universellen Ziele zu fechten.

Niemand wird Ihnen die Entscheidung oder die Arbeit abnehmen. Vertrauen sie darauf, daß es in der Geschichte der Menschheit, vor allem auch Deutschlands, zahlreiche Beispiele dafür gibt, wie ein Individuum oder ein zahlenmäßig fast bedeutungsloser Teil der Bevölkerung die Geschicke einer Nation oder eines ganzen Kontinentes verändern konnten. Vergessen Sie einmal für den Augenblick - oder gerne auch für immer - die „Erkenntnisse“ der Statistik, der Wahrscheinlichkeit oder Lehre vom Verhalten der Massen. Wir sind in Zeiten, in denen jahrtausendealte Dogmen und Gesetze wie Butter im Ofen zerschmelzen. Die Menschheit hat nun genug gelitten. Wenn wir diese Existenzkrise überstehen, dann werden wohl alle Bereiche einer völligen Umgestaltung unterworfen werden müssen, damit sie dem Menschen dienen und er schlußendlich seinen Weg antritt, in dem Universum zu leben, das ihm zur Heimat gegeben worden ist.

Anmerkungen

1Siehe Neue Solidarität 38/2012 und www.bueso.de/node/5997