Französische Präsidentschaftswahlen: Jacques Cheminade bei der Pariser Landwirtschaftsausstellung
6. März 2017 • 22:24 Uhr

Jacques Cheminade, Bewerber um die französische Präsidentschaft, konzentriert sich auf die wirklich entscheidenden Themen:a Bankentrennung, Ausstieg aus dem Euro, Kooperation mit den BRICS, um Wohlstand für alle zu schaffen.

Im Rahmen seiner Kampagne besuchte er u.a. am 27.2. die große Pariser Landwirtschaftsausstellung und nahm dort u.a. an einer Diskussionsrunde von AgriTV über die Zukunft der Landwirtschaft teil. Er gab auch kurze Erklärungen für BFM TV, Public Sénat (den Senatssender) und RMC ab und konnte mit vielen Landwirten und Funktionären von Bauernverbänden über seine Vorstellungen zur Agrarpolitik sprechen. Cheminades Wahlhelfer verteilten seine Erklärung, worin er Erzeuger und Verbraucher auffordert, gemeinsam gegen finanzielle Manipulationen zu kämpfen. Er schreibt darin, der Abbau des Agrarsektors sei kein Zufall oder Fehler, sondern geschehe planmäßig als Folge eines von internationalen Spekulanten, Eigentümern industrieller Agrarbetriebe und Supermarktketten gesteuerten Marktes.

Am 5.3. veröffentlichte der Verband der Biolandwirte im Internet Cheminades Antworten auf drei Fragen an die Präsidentschaftskandidaten. Zu den Herausforderungen für die Zukunft der Landwirtschaft sagt er, man solle die Landwirtschaft wieder zu einer „großen Zukunftsbranche“ machen: „Wir sind Zeuge der Zerstörung der Landwirtschaft, weil sie vom ultraliberalen Modell geprägt wurde und auf Kosten von Landwirten und Produktqualität kurzfristigem Profit unterworfen wurde. Der Agrarsektor war Opfer einer außer Kontrolle geratenen Finanzwelt, einem von der Realwirtschaft abgekoppelten Finanzsektor. Ich plädiere für eine rationale Landwirtschaft, frei vom Druck blinder Produktionswut. Dafür ist eine staatliche Regulierung (in Form von Quoten, Interventionsbeständen, Garantiefonds etc..) aller Bereiche der landwirtschaftlichen Erzeugung unverzichtbar, entweder auf europäischer oder auf französischer Ebene. Die Zeit für Geschäfte auf den Finanzmärkten ist ganz anders als die Zeit, die man für Landwirtschaft braucht.“

Auf eine Frage nach der Förderung umweltverträglicher Landwirtschaft antwortete Cheminade: „Wenn Landwirte Preise haben, die eine gute Rendite sichern, können sie sich darauf konzentrieren, Qualitätsprodukte zu erzeugen. Wir müssen den Druck auf die Landwirte verringern, damit sie Landwirtschaft und Umwelt miteinander aussöhnen können. Wir müssen auch verhindern, daß die kleinen und mittleren Familienbetriebe verschwinden, denn sie sind konkurrenzfähig und ermöglichen die Entwicklung unserer gesamten Landfläche.“