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Besuch des chinesischen Präsidenten in Großbritannien voller Erfolg

Der erste Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Großbritannien stand im auffälligen Gegensatz zu seiner jüngsten USA-Reise. Während Präsident Obama ihn kühl empfing, wurde Xi sowohl von der konservativen Regierung des Premierministers Cameron als auch vom Chef der oppositionellen Labour Party, Corbyn, begeistert aufgenommen. Man sprach allgemein von einem „Win-win-Besuch“. Im Gegensatz zur USA-Reise einigten sich Chinesen und Briten auch auf Wirtschaftsprojekte über 30 Mrd. Pfund.

Vor dem [i]Britisch-Chinesischen Wirtschaftsforum[/i] am 21. Oktober sagte Cameron, er wolle sicherstellen, daß „Handel und Investitionen entlang des modernen Äquivalents der Seidenstraße gedeihen“. Xi verwies auf das enorme Potential zur Ausweitung des bilateralen Handels, da China in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich Güter im Wert von 10 Bio. Dollar importieren und mehr als 500 Mrd. Dollar im Ausland investieren werde. Beide Länder sollten das gegenseitige Vertrauen vertiefen und Entwicklungsstrategien „synergisieren“. Er sei hochbeeindruckt von dem „starken Willen“ der Briten, die Beziehungen und Zusammenarbeit mit China weiterzuentwickeln.

Zu den Industrieabkommen gehört eines über Flugzeugturbinen im Wert von 1,4 Mrd. Pfund, die China bei [i]Rolls Royce[/i] kauft, wobei auch chinesische Facharbeiter angelernt werden. Das wichtigste Abkommen ist jedoch das für den Bau des 3,2-GW-Kernkraftwerks Hinkley Point über 18 Mrd. Pfund, das Xi als das „Flaggschiff-Projekt der Zusammenarbeit“ lobte. Es ist der erste neue Reaktorbau in Großbritannien seit drei Jahrzehnten. Der Reaktor wird von der französischen [i]EDF[/i] gebaut, der zwei Drittel der Anlage gehören werden, den Rest übernehmen die chinesischen Atomkonzerne [i]CNNC[/i] und [i]CGNPG[/i].

Das Geschäft ist Teil der Strategie Chinas, die Genehmigung der britischen Atomaufsicht für seinen eigenen 1-GW-Reaktor [i]Hualong One[/i] zu erlangen. Dieser soll dann am englischen Standort Bradwell gebaut werden, wofür bereits ein Vorvertrag existiert. Wenn er in Großbritannien genehmigt ist, kann der chinesische Reaktortyp auch in anderen westlichen Ländern gebaut werden.

In den gemeinsamen Erklärungen der Regierungen zu dem Besuch wird besonders erwähnt, daß Großbritannien das erste Land in Europa war, das Mitglied der [url:"node/7986"]Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB)[/url] wurde, worauf viele weitere europäische Länder folgten - sehr zum Unmut von US-Präsident Obama.